Irgendwo in Iowa…

Unser großes Abenteuer


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Wir ziehen um…

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Hallo Iowa-Fans,

angesichts der vielen Bilder, die wir hier posten, wird es so langsam eng mit dem Speicherplatz bei unserem derzeitigen Bloganbieter – der kostenlose Account bei wordpress.com beinhaltet nur 3 GB Daten, die schon bald erschöpft sein werden, wenn es hier so weiter geht.

Daher haben wir uns entschlossen, Nägel mit Köpfen zu machen, eine eigene Domain zu registrieren, einen Server mit unbegrenztem (!!!) Speicherplatz anzumieten und unseren Blog künftig selber zu hosten.

Ab jetzt erreicht Ihr unseren Blog unter

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(Einfach auf das Banner klicken!)

Wir haben den Blog (mit einiger Mühe!) komplett umgezogen, so dass auch sämtliche alten Artikel unter der neuen Adresse zu finden sind!

Der alte Blog bleibt bis auf weiteres online, aber neue Artikel gibt es ab jetzt nur noch unter der neuen Adresse.

Ganz wichtig: Bitte tragt auf der neuen Seite einmalig eure Mailadresse als „Follower“ ein, wenn ihr weiterhin eine automatische Nachricht beim Veröffentlichen neuer Postings erhalten wollt!

Wir haben heute Abend neue Beiträge unter der o.g. neuen Adresse veröffentlicht, also schnell vorbeischauen und als Follower mit Eurer Mailadresse registrieren!

Bis gleich im neuen „zu Hause“, wir freuen uns auf Euch!

Martina, Peter & Schipfel

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The Bridges of Madison County – Altes und Neues aus Iowa

Es ist Mittwoch abend und mal wieder Zeit für einen neuen Beitrag. Inzwischen ist auch in Des Moines endgültig der Herbst eingekehrt und bei Temperaturen um die 8 – 10°C und stürmischem Wind ist es jetzt hier auch recht ungemütlich geworden. Drinnen läuft die Heizung und wir haben die Fleecepullis aus dem Schrank geholt – das ist aber auch mal wieder schön und gemütlich nach den Monaten der Hitze, die wir hier erlebt haben.

Vorletztes Wochenende waren wir in Winterset, einem kleinen Ort ca. 35 km südwestlich von Des Moines, den einige von euch vielleicht aus dem Film „Die Brücken am Fluss“ („The Bridges of Madison County“) mit Meryl Streep und Clint Eastwood kennen. Der Ort selbst ist – wie gesagt – klein und unspektakulär, und die berühmten „covered bridges“ sind gar nicht in Winterset, sondern in einem Umkreis von ca. 20 km um Winterset verstreut. Winterset ist übrigens auch der Geburtsort von John Wayne und es gibt hier natürlich ein John-Wayne-Museum mit einer lebensgroßen (und auch ziemlich lebensechten) Statue von ihm davor. – Die folgenden Bilder sind mal wieder bei strahlendem Sonnenschein und blauem Bilderbuch-Himmel entstanden und sprechen für sich selbst.

Impressionen aus Winterset:

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Dann ging es mit dem Auto weiter zur Imes Bridge, die übrigens schon zweimal „umgezogen “ ist und jetzt bei St. Charles direkt neben der Straße ihren Platz gefunden hat.

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So war es damals bei Clint und Meryl:

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und so war es vorletzten Sonntag: 🙂DSC00857

Nun haben wir noch ein paar kulinarische Eindrücke für euch – hier ein Spaghetti-Kürbis, mit einer Hackfleisch-Masse gefüllt und mit Käse überbacken – und das ganze ausnahmsweise mal nicht vom Grill, sondern im Backofen gemacht:

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Und hier eine Paella vom Grill (und unser Terrassentisch, der kurzerhand zur Gartenküche umfunktioniert wurde):

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Als Vorspeise gab es Lachs auf der Holzplanke mit Tomaten und Mozzarella gratiniert…

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Die Paella:

Hähnchenteile durchgrillen und beiseite stellen…

Zwiebeln in Olivenöl anbraten, den Reis dazugeben, kurz im heissen Öl anrösten, mit Hühnerbrühe ablöschen und 20 min garen…

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… Garnelen und vorgegrillte Hähnchenteile dazugeben, gut durchmischen und alles noch einmal kurz erhitzen… YUMMI 🙂

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Neues vom Schipfel – er hat mal wieder eine neue Kiste bekommen:

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und ist im übrigen sehr entspannt und verschmust:

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Letzte Woche hat Martina eine böse Überraschung erlebt, als sie nach Hause kam und aus dem Auto ausstieg:

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Irgendwo unterwegs muss wohl dieser große Nagel auf der Straße gelegen haben und hat sich in das linke Hinterrad gebohrt. Beim Versuch, ihn herauszuziehen, hörten wir die Luft entweichen. so dass wir lieber die Finger davon gelassen haben. Stattdessen wurde die Mitsubishi Roadside Assistance angerufen, die bei allen Mitsubishi-Neufahrzeugen bis zu 10 Jahre Pannenhilfe leistet und uns am selben Abend noch einen sehr netten Menschen vorbeigeschickt hat, der den defekten Reifen gegen das (Not-)Reserverad ausgetauscht hat – so sieht es im Moment aus:

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Der neue Reifen ist bestellt und kommt hoffentlich Freitag oder spätestens Montag – ein echt unnötiger und vor allem recht teurer „Spaß“, der mit ca. $200 zu Buche schlägt. 😦

Hier haben wir ausnahmsweise mal einen SonnenAUFgang fotografiert, morgens vor der Arbeit (am Wochenende verschlafen wir die ja in der Regel):

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Zum Schluss noch ein paar Bilder von einem Spaziergang am Clive Greenbelt Trail (der aufmerksame Leser wird sich vielleicht erinnern, dass einer unserer ersten Spaziergänge im Mai an demselben Trail entlang geführt hat) – so sieht es hier nun also im Herbst aus:

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Nun aber genug der Bilder, jetzt gibt es noch einen kleine Ergänzung zum Thema „Arbeitsalltag in den USA“:

Wenn man in den USA während der Arbeitszeit zum Arzt muß, ist das „Privatvergnügen“ und man bekommt die Zeit dafür nicht gutgeschrieben, auch nicht, wenn es sich um einen Notfall handelt.  Und „krankschreiben“ gibt es hier auch nicht, man entscheidet selber, ob man sich für arbeitsfähig hält oder nicht. Wenn nicht, muss man für die ersten 5 Tage der „Arbeitsunfähigkeit“ seine sogenannte PTO („paid time off“) verwenden (gilt nicht bei Unfällen und Operationen), und ab dem 6. Tag greift dann die sogenannte „short term disability“, die zahlt 50 oder 60% des Gehalts. Die PTO beträgt maximal 5 Wochen pro Jahr (und das auch erst, wenn man schon viele Jahre in einem Unternehmen arbeitet, am Anfang bekommt man nur eine oder zwei Wochen!) und umfasst sowohl Krankheit als auch Urlaub!! Wenn man also zu Beginn des Jahres mal länger krank ist, hat man am Ende keinen Urlaub mehr (oder muss unbezahlten Urlaub nehmen).  Tja, da weiß man erst mal, wie gut wir es in Deutschland haben …

Bei uns endet am nächsten Wochenende die Sommerzeit. Dann wird es gegen 17.30h dunkel, d.h. die nächsten Monate werden wir unser Zuhause nur noch an den Wochenenden im Hellen erleben … Dafür kommt jetzt die Zeit der Kerzen und Lichterketten und wir haben auch schon einiges an Dekoration angeschafft und angebracht – demnächst gibt’s mal wieder ein paar Bilder aus unserem Häuschen, aber für heute soll es das gewesen sein.

Macht’s gut und bis bald bei „Irgendwo in Iowa“!!


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Indian Summer in Iowa und mehr – der Mega-Bilder-Blog…

Hallo zusammen,

jetzt hat es doch etwas länger gedauert, aber heute gibt es mal wieder Neuigkeiten aus Ei-Oh-Wah!

Wir haben hier zur Zeit schönstes Herbstwetter, wirklich ein „Indian Summer“, wie man ihn sich schöner kaum vorstellen kann. Dabei ist es – wohl im Gegensatz zu Deutschland – auch noch richtig warm, letzten Sonntag hatten wir tatsächlich 30°  und konnten die Shorts nochmal aus dem Schrank holen! Die Nächte werden aber doch schon relativ kühl, morgens sind es jetzt so um die 8 – 10° und abends kann man schon mal die Heizung anmachen. Seit wir aus Deutschland zurück sind, hat es vielleicht einmal geregnet und sowohl der Raccoon als auch der Des Moines River haben absolutes Niedrigwasser und man kann wahrscheinlich durchwaten.

Unser „Heimaturlaub“ ist jetzt schon wieder vier Wochen her, Wahnsinn, wie die Zeit vergeht! Allzu viel Neues gibt es nicht zu berichten, weiter unten gibt es noch diverse Bilder, die wir aber einfach mal für sich sprechen lassen.

Wir sind jetzt schon fast ein halbes Jahr hier und es fühlt sich immer noch gut und wirklich wie ein zweites Zuhause an. Jobmäßig läuft es bei Peter sehr gut und auch bei Martina klären sich nach anfänglichen Schwierigkeiten so langsam viele Dinge und vieles macht auf einmal Sinn. Im Gegensatz zu Peter, der ja quasi seinen „alten Job“ in neuer Umgebung und mit neuen Kollegen macht, ist bei Martina alles neu und anders, und es dauert einfach seine Zeit, bis man mal ein bisschen mehr Durchblick hat und (einigermaßen) selbständig arbeiten kann.

Wir wurden u.a. gefragt, wie sich denn der deutsche und der amerikanische Arbeitsalltag voneinander unterscheiden. Also, die Unterschiede sind wahrscheinlich nicht riesig groß, aber es gibt doch viele Kleinigkeiten, die hier anders sind. Angefangen natürlich damit, dass man hier nicht das Problem mit „Du“ oder „Sie“ hat – auch unser Big Boss ist für jeden „Dave“, und es gibt weitaus weniger Hierarchiedenken und Hemmschwellen zwischen den „kleinen“ Angestellten und den „Chefs“. Die Bürotüren (von den Glücklichen, die überhaupt ein Büro mit Tür haben 🙂 ) sind normalerweise immer offen und werden nur bei Meetings geschlossen und der Umgangston untereinander ist unseres Erachtens freundlicher als in Deutschland. Uns ist generell bei den Amerikanern aufgefallen, dass sie in der Regel höflicher sind als die Deutschen. Abgesehen von dem eher als Floskel gebrauchten „How are you“, „Have a nice day“ etc. fällt auch auf, dass sie einem häufiger die Tür aufhalten oder Hilfe anbieten, wenn sie sehen, dass man z.B. gerade die Hände voll und keine Hand frei hat, um die Türo zu öffnen. Was aber eher nervt, ist, dass sie sich für alles – aber auch alles – entschuldigen, z.B. für ein „Zu-nahe-kommen“ oder „Im-Weg-Stehen“ im Supermarkt oder ähnliches. „Excuse me“ wird hier sehr häufig verwendet, und die richtige Antwort darauf ist – wie wir gelernt haben – „No, you’re fine!“

Gerne verwendet wird auch der Ausdruck „I’m good“, was keinesfalls bedeutet, dass derjenige sich für einen guten Menschen hält, sondern einfach nur ausdrückt, dass man z.B. mit einer Entscheidung einverstanden ist oder auch, dass man nichts mehr essen oder trinken möchte o.ä. Wir Deutschen im Siegwerk sagen manchmal auch spaßeshalber „ich bin gut“, und die anderen Deutschen wissen dann schon, was gemeint ist … 😉

Der übliche Abschiedsgruß, wenn „man“ um 16.30h Feierabend macht, ist „Have a good night“ – das lässt uns immer noch eher zusammenzucken! Es ist aber schon so, dass die meisten Kollegen echte Frühaufsteher sind, viele fangen schon um 7.00h an zu arbeiten, und haben dann vorher schon ihr exercise auf dem heimischen „elliptical“ (= Crosstrainer) oder auch im Fitness-Studio hinter sich. Wir sind meistens zwischen 8.15h und 8.30h im Büro (was gegenüber Deutschland schon eine Steigerung um mindestens eine halbe Stunde bedeutet!), sind aber doch meistens die Letzten. Dafür geht man aber auch schon um 11.30h Mittagessen … hier ist alles ein bisschen nach vorne verschoben, was für uns noch etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Ein sehr beliebtes Kommunikationsmittel sind hier die „conference calls“, die viel häufiger sind als in Deutschland. Auf Grund der Größe des Landes sind natürlich viele Kollegen aus Vertrieb oder Technik weit weg von Iowa unterwegs, um nah bei den Kunden zu sein, und so sind conference calls oftmals der einzige Weg, um alle an einen „Tisch“ zu bekommen.

Generell fällt auch noch auf, dass die meisten amerikanischen Kollegen eine sehr pragmatische Denk- und Arbeitsweise haben. Es wird hier nicht stundenlang nach dem Schuldigen gesucht, sondern man „darf“ Fehler machen und dann wird gemeinsam überlegt, wie man jetzt die Kuh vom Eis bekommt – ein bisschen mehr von diesem Pragmatismus würde uns in Deutschland sicherlich auch manchmal recht gut tun.

So, genug der Worte, nun lassen wir noch ein paar Bilder sprechen!

Bis zum nächsten Mal, macht’s gut und tschüss aus Ei-Oh-Wah!!

Vollmond („Blue Moon“) am 31. Juli (mit der EOS auf dem Stativ im Garten aufgenommen!):

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Die Mondfinsternis am 27.09. – bei uns zu einer humanen Zeit um 21h zu sehen:

 

 

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Ein Ausflug zur Living History Farm mit den deutsch(-amerikanisch)en Kollegen:

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Lothar mit Tochter Hanna:

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Die beiden kennt ihr!

 

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Dreiviertel der Familie Schäffeler (Sohn Till hatte was besseres vor!):

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Die alte Schule:

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mit sehr weisen „Rules of Life“:

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Eines unserer Lieblings-Geschäfte (gehört übrigens Aldi, ist aber komplett anders):

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Martina beim Rasen aussäen am „Ground Zero“ (in der Hoffnung, dass hier noch etwas anwächst, bevor der Winter kommt!):

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Falls ihr euch fragt, was Martina da in der Hand hält: ein Sieb und einen Dampfgareinsatz – eignen sich hervorragend, um Grassamen halbwegs gleichmäßig auszusäen!! ;-)) – und die Gummistiefel gehören übrigens Peter …!!

Radtour letzten Sonntag (bei 30° und strahlendem Sonnenschein!!) entlang des Greenbelt Trails, vorbei an einem Blumen-/Kürbisladen und zurück zum Auto (dank des neuen Fahrradträgers alles kein Problem mehr!):

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Wenn man genau hinschaut (und in das Bild reinzoomt), sieht man hier ein paar Rehe:

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Zuguterletzt noch ein paar Impressionen vom „Indian Summer“ am Siegwerk, entstanden heute in der Mittagspause:

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Zurück in Des Moines, Swimming Pool ade …

Am Samstag, 19. September, hieß es dann wieder „zurück in die (neue) Heimat“! Nachdem der Firmenwagen zum Siegwerk zurückgebracht war, ging es um 10.11h mit dem ICE zum Frankfurter Flughafen und gegen Mittag mit United Airlines zunächst nach Chicago O’Hare. Dort erwarteten uns vier Stunden Aufenthalt bis zum Weiterflug nach Des Moines, die aber „dank“ einer schier endlosen Schlange vor den Immigration-Schaltern und einem Terminalwechsel von 1 nach 5 mit erneutem Security Check im Endeffekt gerade ausreichend waren, um das Gate für den Abflug nach Des Moines zu erreichen – sichtlich geschafft und müde:

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Nach pünktlicher Landung in Des Moines und Taxifahrt in den Nine Iron Drive erwartete uns daheim ein recht zufriedener Schipfel, der während unserer Abwesenheit gut von den beiden von uns engagierten „Cat sittern“ versorgt worden war, sich aber doch sichtlich über unsere Rückkehr gefreut hat und uns zunächst nicht von der Seite wich!

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Der Sonntag verging viel zu schnell mit Ausschlafen, Auspacken, Wegräumen, Wäsche waschen etc. und am Montag ging für uns beide die Arbeitswoche wieder los. Die ersten beiden Tage waren noch ziemlich hart in Sachen „Jetlag“, aber ab Mittwoch hatten sich unsere Körper wieder auf den Mid-West-Rhythmus eingestellt.

Nach Schipfels Zahnoperation vor einigen Wochen stand nun noch ein Kontrolltermin bei der netten Tierärztin an, den wir (angenehmerweise) wieder auf einen Samstag legen konnten. Eigentlich sollten wir um 11h dort sein, aber wer bis 10.45h nicht da war, war – natürlich – der Schipfel! Nach in unserem Bett verbrachter Nacht wollte er morgens unbedingt raus und ward nicht mehr gesehen … das Ende vom Lied war dann, dass wir den Termin verschieben und erstmal unser Kätzchen wieder einfangen mussten! War aber zum Glück kein Problem, wir konnten am frühen Nachmittag ins Cat Hospital kommen, wo die nette Frau Dr. Bollinger ihn nochmal abgehört und ihm ins Maul geschaut hat – zum Glück war alles in Ordnung und wir waren nach 10 Minuten entlassen!

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Schipfel war so veränstigt, dass er nach der Untersuchung tatsächlich freiwillig wieder in seine Transportbox gegangen ist – das haben wir wirklich noch nie erlebt!

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Da inzwischen auch in Iowa so langsam der Herbst einkehrt, war es am Wochenende dann auch an der Zeit, unseren geliebten und in den letzten Wochen ausgiebig genutzten Pool abzubauen, um ihn über den Winter einzulagern. Vorher haben wir natürlich noch gebührend „Abschied genommen“ – zum Glück war es am Wochenende nachmittags noch so warm, dass wir das noch richtig genießen konnten. Hier haben wir erstmal das Entchen zu Wasser gelassen, dass Martinas Mutter uns geschenkt hatte:

 

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Tja, und hier haben wir es uns dann nochmal so richtig gut gehen lassen:

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Und dann wurde es wirklich ernst – das Wasser musste raus:

 

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Durch den Schlauch am Haus vorbei nach vorne auf die Straße,

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Das ganze dauerte von Sonntag spätnachmittag bis Montag früh, so dass wir dann abends die letzten Liter Wasser auskippen konnten und die ganze Konstruktion auseinandernehmen. So sieht es jetzt im Garten aus – mal gucken, ob hier nochmal Gras wächst!!

 

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Hier werden sämtliche Einzelteile wieder gesäubert, getrocknet und verpackt:

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und das war der Versuch, den Pool zum Trocknen auf den Gartenstühlen aufzuhängen –

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allerdings war für die Nacht von Montag auf Dienstag Regen angesagt, so dass Peter dann die Idee hatte, den Pool doch lieber in der Garage zum Trocknen aufzubauen – hier unsere Konstruktion aus Gartenstühlen und Mülltonnen als „Unterbau“:

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Passt, wackelt und hat Luft … 😉

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Inzwischen können wir unsere Garage wieder für ihren eigentlichen Zweck nutzen, der Pool liegt zusammengerollt derzeit noch in der Garage, weil er noch etwas müffelt, kommt aber demnächst zu den anderen Pool-Teilen in den Keller und wir freuen uns jetzt schon auf den Tag im kommenden Jahr, wenn wir alles wieder in den Garten tragen und aufbauen können!!

Am Sonntag nachmittag haben wir noch eine kleine Radtour durch unser Wohngebiet in West Des Moines gemacht, bei schönstem Wetter mit blauem Himmel und Schäfchenwolken!

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Hier wird auch fleißig gebaut … Wohnen mit Wasserturm!!

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Stars and Stripes im Vorgarten:

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Und das war’s dann auch mal wieder aus Iowa – bis zum nächsten Blog dauert es dieses Mal nicht so lange – versprochen!!


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Nach über vier Monaten mal wieder in Deutschland…

Hallo liebe Blog-Freunde,

nach längerer Schweigepause, bedingt durch zahlreiche Aktivitäten, über die im folgenden berichtet wird, hier (endlich) wieder ein neuer Beitrag – einige „Fans“ haben sich tatsächlich bereits beschwert 🙂

Aber der Reihe nach…

Peter ist am 4. September nach Deutschland geflogen, um „sein neues Land“ in einem 1-wöchigen globalen Meeting im Headquarter in Siegburg (neben anderen „Locals“ aus Indien, Südamerika, Südostasien, China) zu vertreten. Nach einem reibungslosen Flug kam er am Samstag in Frankfurt an und bekam direkt einen Anschlusszug nach Siegburg, wo bereits ein Firmenwagen (Golf plus) auf ihn wartete. Es war schon ein wenig seltsam, wieder in Deutschland Auto zu fahren: kleine Autos mit Schaltgetriebe, enge Straßen, hohe Geschwindigkeit, Ampeln auf der „falschen“ Straßenseite und rechts abbiegen bei „Rot“ verboten!! Ein Zwischenstop bei unserem heiss-geliebten Penny-Markt galt dem Füllen des (leeren!) Kühlschranks mit all den vermissten Dingen aus Deutschland: Grobe Bratwurst, Maultaschen, Leberwurst, Bitburger, … Unser Haus war dank der Fürsorge von Michael und unseren Nachbarn in einem Zustand, als hätten wir es niemals verlassen, das war ein ganz komisches Gefühl – wo bist Du jetzt eigentlich zu Hause?

Am gleichen Abend kam noch kurz unser lieber Freund Michael mit einem Blumengruss und noch mehr Bitburger vorbei, was ein besonderes Highlight war! Dann war erst einmal ausschlafen angesagt (sorry Jörg, ich habe es echt nicht mehr auf Deine Party geschafft!) und am Tag darauf eine Mini-Wanderung durch die Sieg-Auen, auf der die folgenden Bilder entstanden sind (oh Mann, das habe ich schon echt vermisst!):

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Dieser kleine Kerl lief mir auf dem Rückweg über den Weg (sehr dekorativ vor dem orangenen Haus und dem blauen Himmel), sieht aus wie ein Brüderchen von unserem Schipfel… wir haben kurz geschmust, aber das darf der Schipfel NIEMALS erfahren…

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… die Meindorfer Kirche…

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Am Sonntag-Abend wurde dann lecker bei unseren Nachbarn Sabrina und Alex gegrillt – und dank der super-leckeren heimischen Köstlichkeiten (es gab sogar selbst-gemachte Pommes, DANKE SABRINA!!!) war das Jet-Lag auch schon wieder vergessen!

Dann ging es los mit dem internationalen Meeting, hier ein Bild vom Anfang meiner Präsentation (ein wenig nervös war ich schon) – alles in allem ein tolles Erlebnis und manchmal ein wenig unwirklich, zusammen mit meinem alten Team zu sein und nun die USA zu  vertreten (danke für das Bild, Matthias!) …

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Abends fuhren wir mit der S-Bahn (kennen wir in USA nicht!) nach „Kölle“ in Peters Brauhaus, wo es überaus leckere, deftige rheinische Spezialitäten gab…

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In den folgenden Tagen musste unsere Thuja im Garten dran glauben, nach dem Rückschnitt war sie etwas „unansehnlich“ und wurde daher dank der tatkräftigen Unterstützung durch die Nachbarschaft (Sabrina, Erhardt und Sven) kurzer Hand abgesägt. Jetzt ist der Blick wieder frei…

Vorher:

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Nachher:

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Eine Woche später, nachdem die 4-Tage-Powerpoint-Schlacht geschlagen war, kam dann Martina hinterher geflogen  (hier ein Bild vom Flughafen in Des Moines, Freitag abend, kurz vor dem Abflug nach Chicago):

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und wir hatten eine sehr intensive und schöne Urlaubswoche mit unseren Müttern, Verwandten und Freunden, hier ein paar Impressionen aus Rotenburg:

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Der Schipfel genoss in der Zwischenzeit übrigens eine Intensiv-Betreuung durch unsere Kollegin Merle und unsere Nachbarin Jean, die sich rührend um den kleinen Mann gekümmert haben – inklusive Zwischenberichten per SMS…

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Im Garten in Meindorf ist der kleine Apfelbaum zu Höchstformen aufgelaufen und hat, im Gegesatz zu all den Vorjahren, jede Menge Früche produziert:

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… woraus dann schliesslich ein American Apple-Pie geworden ist, den wir allerdings nicht mehr geniessen durften, da dieser nach unserer Abreise von unserer Nachbarin Sabrina gebacken wurde (das haben wir gemeinsam leider nicht mehr geschafft), hier ein Bild des guten Stückes, das uns per SMS übermittelt wurde, der war bestimmt seeeeehr lecker:

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Am Samstag ging es dann wieder in den Flieger zurück nach Hause (???), wie es dort weiter ging, berichten wir im nächsten Beitrag.

Alles Liebe aus

EiOhWah

Schipfel, Martina und Peter


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Von Fahrradträgern, Panzern, Eiern, neuen Häusern – und Wassertürmen

Hallo, liebe Freunde und Fans des „Irgendwo in Iowa“-Blogs!

Wir sind ein bisschen im Rückstand mit unseren Blogbeiträgen, daher gibt es heute nur eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse der letzten beiden Wochen – der Schipfel hat euch ja schon ausführlich über seine letzten Erlebnisse berichtet!

Seit ca. 1 1/2 Wochen sind wir stolze Besitzer einer Anhängerkupplung für den Chevrolet sowie eines Thule-Fahrradträgers für zwei Räder.

Die Anhängerkupplung haben wir bei U-Haul montieren lassen. Der Laden ist eigentlich auf den Verleih von Anhängern sowie Umzüge und den Verkauf von Verpackungsmaterial spezialisiert, aber „nebenbei“ montieren sie auch noch Anhängerkupplungen, und obwohl der Laden echt schäbig aussah, haben sie dort gute Arbeit geleistet und – morgens gebracht, abends abgeholt – wurde vorletzten Montag die Anhängerkupplung drangebaut. Jetzt fehlte nur noch der entsprechende Träger, damit wir endlich unsere Räder auf dem Auto transportieren können und nicht jede Radtour vor der Haustür beginnen muss, von wo aus man immer erst mal ca. 3 km auf einer recht befahrenen Straße ohne Seitenstreifen oder gar Radweg hinter sich bringen muss.

Ein Besuch bei „Bike World“ am Freitag vorletzter Woche führte schnell zum Erfolg und wir kauften das vorher schon via Google, Amazon etc. ausgesuchte Wunschmodell von Thule, sogar fix und fertig montiert, und der nette Verkäufer Tom hat ihn uns sogar zum Auto getragen und dort auch gleich festgeschraubt. Zuhause angekommen, gab es dann gleich eine Probemontage der Räder auf dem neuen Träger – geht superschnell, ist einfach und praktisch und die Räder sitzen sicher auf dem Träger und man muss (hoffentlich) keine Angst mehr haben, wieder eins auf der Autobahn zu verlieren!! Und so sieht es „fully loaded“ aus:image

Am vorletzten Sonntag ging es dann gleich los zur ersten Tour mit den Rädern huckepack, die uns zum Raccoon River Park brachte, wo wir das Auto abgestellt haben und losgeradelt sind.

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Vorbei am Gray’s Lake (kennt ihr schon vom letzten Beitrag) sind wir entlang des Raccoon Rivers Richtung Downtown Des Moines geradelt, als wir plötzlich an Autos und Aufliegern mit einem uns gut bekannten Logo vorbeikamen:

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Ohne es geplant oder vorher auch nur realisiert zu haben, sind wir am sogenannten „Jackson Warehouse“ von Siegwerk vorbeigeradelt, das direkt am Des Moines River liegt und – wie der Name schon sagt – ein zusätzliches Lager für diverse Rohstoffe und auch Kundenfarben ist und eben an der Jackson Road liegt.

Hier seht ihr eine der zahlreichen Brücken über den Des Moines River, der sich in der Nähe dieser Stelle mit dem Raccoon River vereinigt.

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Und hier nochmal der Blick auf die charakteristische „Skyline“ von Des Moines, die sich ja auch als Titelbild unseres Blogs wiederfindet, aus einer etwas anderen Perspektive:

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Hier seht ihr einige Impressionen von einem Spaziergang durch den Ashworth Park und den „Clare and Miles Mills Rose Garden“:

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Dieser gepanzerte Freund lag da faul in der Sonne rum:

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Eine kleine (Tri-)Bü(h)ne mitten im Park:

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Ein sonderbares Ei …

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in das man auch reinklettern konnte …

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Eingang zum Rosengarten

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Die folgenden Bilder sind auf einem Spaziergang durch unser Wohngebiet entstanden. So sieht ein typisches Neubaugebiet in West Des Moines aus. Typisch ist, dass die gesamte Konstruktion aus Holz besteht (kann man hier leider nicht mehr erkennen, weil sie schon mit der Verkleidung begonnen hatten), dann wird alles in Plastikplanen gehüllt,

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die Dächer werden einheitlich gedeckt

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und zum Schluss mit holz-ähnlich aussehenden Kunststoff-Panelen verkleidet – das alles geht in der Regel rasend schnell – vom Rohbau zum fertig verkleideten Haus in ca. 3 – 4 Wochen, es wird rund um die Uhr gearbeitet, auch sonntags, und während die Jungs oben das Dach decken, werden unten schon mal die Gehwege betoniert und meistens auch gleich die ersten Bäumchen gepflanzt bzw. wenig später dann Rasen eingesät oder Rollrasen verlegt. Das Baugeschäft boomt hier ganz schön zur Zeit und in ca. 1 – 2 Jahren wird „unser“ Wohngebiet, das im Moment relativ am westlichen Rand von West Des Moines liegt, wahrscheinlich mittendrin sein. Eine neue Autobahnauffahrt ist auch schon in Planung und überall schießen neue Geschäfte und Lokale wie Pilze aus dem Boden. Wenn man ein bisschen Geld übrig hat, ist es wohl eine gute Idee, ein bisschen Land in WDM zu kaufen … 🙂

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Zum Abschluss gibt es noch ein paar Anmerkungen zu Unterschieden zwischen Deutschland und USA – diesmal zum Thema „alkoholische Getränke“:

Bier und Wein sind hier deutlich teurer als in Deutschland, und das Bier ist natürlich nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut, so dass es eine wesentlich größere Bandbreite an Geschmacksrichtungen gibt, die aber nicht unbedingt besser schmecken als die „guten deutschen Biere“. Eine der am weitesten verbreiteten Biersorten ist hier das Budweiser, das hat sich auch bei uns als „Bitburger“- Ersatz am ehesten durchgesetzt. Ansonsten halten es die Amis mit dem Bier wie mit dem Fett – „light“ ist die Devise …

Wer uns kennt, weiß, dass wir auch gerne mal nach dem Essen einen Grappa trinken – das kennt der Amerikaner gar nicht und es war zunächst ein aussichtsloses Unterfangen, eine Flasche von dem leckeren Tresterbrand zu ergattern – da konnte auch noch nicht mal das Internet weiterhelfen, und das will ja schon etwas heißen. Letztendlich kam uns hier aber der Zufall zur Hilfe – als Peter eines Tages in der Mittagspause mit einem Kollegen nach Des Moines Downtown fuhr, standen sie plötzlich vor einem Geschäft, dessen Logo Peter doch sehr bekannt vorkam:

Logo vom Fass

Für alle Nicht- Siegburger und Nicht-Rheinländer: die Kette „vom Fass“ ist bei uns zuhause recht bekannt, es gibt dort alle möglichen hochprozentigen Köstlichkeiten, aber auch edle Öle und Essige zu kaufen, und Peter und Lothar staunten nicht schlecht, als sie feststellten, dass die Kette es auch nach USA geschafft hat und eine der derzeit ca. 25 Niederlassungen sich tatsächlich in Des Moines befindet! Seitdem steht nun also bei uns zuhause auch eine Flasche Grappa bereit, der allerdings mit gut 50$ für 500 ml auch einen wirklich stolzen Preis hat!

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So, das war’s mal wieder für heute. Die nächsten 2 Wochen wird sich hier wahrscheinlich nicht viel tun. Peter ist seit Freitag in Deutschland zum großen Global HSE Meeting, und ich werde am kommenden Freitag ebenfalls nach Deutschland fliegen, und wir werden dann unsere Familien besuchen und uns mit ein paar Freunden treffen – unser Katerchen wird in der Zeit von einer Kollegin und einer Nachbarin hoffentlich gut versorgt, und wir melden uns voraussichtlich erst nach unserer Rückkehr nach Des Moines wieder bei euch – und ein paar von euch werden wir ja auch persönlich treffen!!

Zum Abschluss noch ein Bild von einem der zahlreichen Wassertürme in West Des Moines, Clive etc. – natürlich mal wieder vor einem strahlend blauen Himmel! Der Sommer ist übrigens im Moment noch mal richtig zurückgekehrt, die letzten Tage waren es wieder so um die 30 Grad Celsius und ich bin froh, dass wir den Pool doch noch nicht abgebaut haben!!

Macht’s gut und bis zum nächsten Mal bei „Irgendwo in Iowa“!!

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Ein Kommentar

Hilfe, ich werde verschleppt!!

Hallo Leute,

also, ich muss mich auch mal wieder bei euch melden! Mir sind in der letzten Woche zwei Mal echt komische Sachen passiert. Es fing damit an, dass meine Dosenöffner mich wieder einmal in diese komische Box gesperrt haben, die ich noch von der letzten großen Reise in ganz schlechter Erinnerung hatte.

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Kaum hatten sie mich reingestopft, schleppten sie mich auch schon zum Auto und ich dachte schon „oh weh, hoffentlich fahren wir jetzt nicht wieder 5 Stunden nach Chicago!“. Ich habe auch gleich angefangen, ordentlich rumzujammern und zu miauen, damit sie mich möglichst schnell wieder aus meinem Gefängnis rauslassen. Aber viel geholfen hat es mir nicht. Wir fuhren zu diesem Haus, wo draußen ein Schild dransteht „Cat Hospital“. Na ja, da ich ja nicht lesen kann, wusste ich natürlich nicht, dass das der Tierarzt war, aber ich habe mir schon so was gedacht. Drinnen holte mich eine nette junge Dame mit langen blonden Haaren aus meinem Käfig raus und ich dachte schon, ich wäre erlöst. Dann legte sie mich in eine Schale und ich musste ganz still liegen bleiben, bis es piepste und die Schale denen gesagt hat, was ich wiege – mann, das war mir vielleicht peinlich, weil das nämlich mehr war als beim letzten Mal – aber nur ein pound  … jedenfalls sagten sie was von „big boy“ oder so. Dann wurde ich in einen anderen Raum gebracht (zum Glück durften meine Dosenöffner mitkommen) und dann kam eine andere nette Dame und hat auch komische Sachen mit mir angestellt – mir in die Ohren geleuchtet, mit einem großen runden Metallding auf meiner Haut rumgedrückt (das war ein Stethoskop – Anm. d. Redaktion!) und zum Schluss – was soll ich euch sagen – hat sie mir so ein langes Teil hinten reingeschoben, und das hat dann irgendwann auch gepiepst und sie hat es wieder rausgezogen.

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Ich möchte echt mal wissen, was das alles sollte, aber jedenfalls war sie wohl ganz zufrieden mit mir. Dann hat sie mir noch ins Maul geschaut und dann sagte sie plötzlich was von „broken tooth“ und „extract“ – so genau habe ich das nicht verstanden, weil ich ja immer noch kein Englisch kann, aber ihr wisst bestimmt, was das heißt. – Als nächstes wurde ich wieder in ein anderes Zimmer gebracht (dieses Mal durften meine Dosenöffner nicht mit), dann haben sie mich ein paar Mal gepiekst, ich musste ein bisschen warten und wurde dann wieder zu meinen Dosenöffnern zurückgebracht. Jetzt war ich fast schon froh, dass ich wieder in die Kiste reindurfte, da fühlte ich mich doch wenigstens einigermaßen sicher vor weiteren Eingriffen in meine Intimsphäre.

Die nette Frau mit dem weißen Kittel und meine Dosenöffner haben dann noch ein paar Dinge besprochen und dann ging es wieder ins Auto und nach kurzer Zeit waren wir zuhause und ich durfte aus meinem Käfig raus. Puh, dachte ich, das wäre überstanden …

Aber meine Erleichterung dauerte nur kurz. Die Frau im Kittel hatte meinen Dosenöffnern ein paar Sachen für mich mitgegeben, die ich alle essen sollte. Das eine ist so ein Pulver, das sie mir über mein Futter streuen – das schmeckt ein bisschen komisch, aber meistens esse ich es trotzdem. Das andere ist eine Flüssigkeit, die haben sie mir am ersten Tag direkt ins Maul gespritzt – bah, war das eklig. Ich habe so doll mit dem Kopf geschüttelt und mich gewehrt, dass nicht viel von dem Zeug in meinem Maul dringeblieben ist. Dann haben sie sich was anderes überlegt und seitdem bekomme ich jetzt immer leckerstes Feuchtfutter aus der Dose, wo die Flüssigkeit wohl reingemischt wird. Sie denken, ich merke das nicht, aber das stimmt natürlich nicht, denn ich bin ja nicht blöd. Aber die Flüssigkeit schmeckt nicht schlimm und kurz nach dem Fressen bin ich immer total entspannt und mein Rücken und meine Beine tun nicht mehr weh – also tue ich ihnen den Gefallen und fresse immer alles bis auf den letzten Krümel leer. (Anm. d. Redaktion: das ist ein schmerzstillendes und entzündungshemmendes Mittel, das er jetzt bekommt, weil er ja seit einiger Zeit Probleme mit den Hinterbeinen und dem Rücken hat, manchmal so schlimm, dass er noch nicht mal mehr aufs Sofa springen kann. Das Pulver soll auch dafür sorgen, dass die Gelenke besser geschmiert werden und er wieder beweglicher wird, und das Medikament bekommt er nur ca. 2 Wochen, danach nur noch das Pulver).

Aber es kommt noch besser: ein paar Tage später (letzten Freitag morgen) wurde ich schon wieder in die Box gesperrt, dann ins Auto – na ja, ihr wisst schon, nach ca. 15 Minuten waren wir dann wieder bei diesem Cat Hospital. Dieses Mal haben sie mich SCHON WIEDER gewogen (schon wieder ein halbes Pfund mehr …) und dann – dann sind meine Dosenöffner einfach gegangen und haben mich da gelassen!!! Ich hatte solche Angst, Leute, das kann ich euch gar nicht sagen. Da gehen die einfach und lassen mich mit all diesen fremden Menschen alleine!! – Ich hatte aber gar nicht viel Zeit zum Angst haben, denn dann haben die mir irgendwas gegeben und plötzlich bin ich wohl eingeschlafen – und irgendwann wieder aufgewacht und da fühlte es sich ganz komisch an in meinem Maul. Es war alles noch ein bisschen taub und wund und irgendwie hatte ich das Gefühl, mir fehlten ein paar Zähne. Tja, tatsächlich, sie haben mir drei (DREI!!!) Zähne gezogen und die anderen Zähne und das Zahnfleisch gründlich saubergemacht – das kommt wohl davon, dass ich mir nie die Zähne putze – aber ich weiß ja auch gar nicht, wie ich das anstellen soll, und meine Dosenöffner – so lieb ich sie auch habe – lasse ich da natürlich nicht ran. Na ja, das war jetzt der Preis dafür. Einer meiner Reißzähne war abgebrochen und der restliche Stummel musste raus und dann hat die nette Frau mit dem weißen Kittel noch zwei Zähne gesehen, die auch nicht mehr so toll in Form waren. Jetzt habe ich links unten fast gar keine Zähne mehr und muss immer auf der rechten Seite kauen  – aber so schlimm ist das gar nicht, denn meistens kaue ich ja sowieso nicht, sondern schlinge alles runter, was ich bekommen kann. – Ich musste jedenfalls den ganzen Tag bei den (schon gar nicht mehr so) fremden Menschen bleiben, und am Abend haben meine Dosenöffner mich dann wieder abgeholt und nach Hause gebracht. Da habe ich erst mal eine ganze Schale Futter vertilgt (zuletzt hatte ich am Vorabend etwas bekommen und jetzt war ich echt super-hungrig), dann habe ich mich nach oben in den Kleiderschrank von meinem Frauchen verzogen und erstmal 12 Stunden nur geschlafen.

So, Leute, jetzt wisst ihr mal, wie es mir in der letzten Woche ergangen ist. Das war wirklich nicht witzig und ich hoffe, meine Dosenöffner hören jetzt erst mal auf damit, mich in die Box zu sperren und zum Cat Hospital zu schaffen! (Aber ich habe sie ein bisschen belauscht und habe mitbekommen, dass das wohl alles ziemlich teuer war, was die da mit mir gemacht haben, und dass ich jetzt erst mal nicht mehr dahin soll, erst wieder nächstes Jahr zum Impfen …)

Na gut, mir soll’s recht sein. Wie ihr hier seht, geht es mir schon wieder ziemlich gut und ich bin voll entspannt …

Macht’s gut,

euer Schipfel

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